Immobilienkauf

Schnelle vertragliche Bindung bei einem Immobilienkauf

Die unten genannten Schlagworte sind Hinweise einer unseriösen Art und Weise wie ein Immobilienkauf durch Berater/Verkäufer zustande kommen kann. Die Sach- und Rechtslage sollte dann durch einen Rechtsanwalt umgehend überprüft werden, falls Sie eine Rückabwicklung aus dem erst vor kurzem abgeschlossenen Immobilienkauf wünschen.

Sollten Sie die Immobilie oder “Schrott-Immobilie” schon vor längerer Zeit erworben haben können wir Ihnen im Rahmen einer Erstberatung eine Einschätzung der Rechtslage anbieten und die eventuell bestehenden Möglichkeiten einer Rückabwicklung aufzeigen. In beiden Fallgruppen raten wir Ihnen mit uns Kontakt aufzunehmen. Diese Empfehlung gilt erstrecht, wenn der Immobilienkauf mittels eines Darlehens finanziert wurde. Dieser Umstand erhöht die Komplexität in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht und die finanzierende Bank kommt als weitere Anspruchsgegnerin in Betracht.

  • Beratung und kurzfristig folgender Notartermin
  • Beratung mit direkt anschließendem Notartermin
  • Kauf ohne Besichtigung
  • Notartermin zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt oder an einem ungewöhnlichen Ort
  • Sofortige “Reservierung” eines Immobilienkaufangebotes
  • Bindendes notarielles Kaufangebot
  • Unwiderrufliches Kaufangebot
  • Fehlende Überlegungszeit
  • Ausstieg sei kein Problem
  • Keine Übereinstimmung mündlicher Versprechen/Zusagen mit dem schriftlichen Vertrag
  • Finanzierung des Kaufpreises und Anbahnung des Geschäfts in einer so genannten Haustürsituation

Kam es bereits zu einem Notartermin und evtl. schon zu einer Finanzierung kann sich für den Käufer der Immobilienkauf aus verschiedenen Gründen als wirtschaftlich unvorteilhaft herausstellen. Will der Käufer bald nach dem Vertragsschluss sich wieder von der Immobilie trennen, so kann dies daran liegen, dass er sich durch die Art und Weise des Verkaufsprozesses vom ersten Kontakt bis hin zum Vertragsschluss übervorteilt sieht. Die Einschätzung allein, dass die Immobilie zu teuer gekauft wurde reicht natürlich nicht aus, um über rechtliche Konstruktionen sich vom Vertrag lösen zu können.

Mögliche Angriffspunkte und dahinter stehende Ansprüche eines Immobilienkaufs können mit folgenden Begriffen angedeutet werden: unterlassene oder fehlerhafte Aufklärung und Beratung, Nichteinhaltung von Zusagen, wesentliche und/oder verschwiegene Mängel, falsche Angaben in Prospekten etc., Täuschungen über Mängel und sonstige Umstände etc.

Potentielle Käufer werden durch Vorlagen guter Renditeberechnungen, einer guten Bausubstanz, hohen Steuerersparnissen, einer günstigen Finanzierung und vor allem einer geringen eigenen Belastung zu Immobilienkäufen veranlasst. Solche Aussagen sind zunächst nicht negativ zu bewerten. Es gibt jedoch eine Anzahl von Warnsignalen, z.B. wenn dem potentiellen Käufer die sofortige „Reservierung“ eines guten Objektes nahe gelegt wird und deshalb ein kurzfristiger Notartermin angeboten wird. Mittels notarieller Beurkundung gibt er dann ein verbindliches Kaufangebot ab anstatt einer Reservierung zuzustimmen, für die eine notarielle Beurkundung nicht in jedem Fall notwendig wäre. Oft wird auch die zweiwöchige Frist zwischen der Übergabe des notariellen Kaufvertrages zur Ansicht und der notariellen Beurkundung nach dem Beurkundungsgesetz nicht eingehalten. Nicht selten geht es darum eine schnelle vertragliche und notariell beurkundete Bindung herbeizuführen.

Bei auftauchenden Zweifeln an der Seriösität, dem Ablauf und der Vorgehensweise der Vermittler/der Verkäufer gepaart mit Versprechen/Zusagen und anders lautendem Vertragstext, dem Verschweigen von Mängeln, Täuschungen etc. sollte der Käufer möglichst umgehend anwaltlichen Rat einholen. Der Anwalt kann nach einer Prüfung der Sach- und Rechtslage darlegen, welche rechtlichen Möglichkeiten konkret bestehen, um sich vom Immobilienkauf lösen zu können und auch erfolgreich den bereits bezahlten Kaufpreis zurück zu fordern und/oder auch um einen Schadensersatz für Mängel, Beratungsfehlern etc. geltend machen zu können. Einen anwaltlichen Rat und eine Prüfung sollte schon deshalb in Anspruch genommen werden, da die Verkäuferseite in der Praxis ihre vertraglichen Rechte meist besser geschützt hat und diese oft auch auf schnellem Wege zwangsweise durchsetzen kann und die eigene Rechts- und Verhandlungsposition dadurch weiter geschwächt wird. Andererseits gibt es auch Fristen für die Geltendmachung von Ansprüchen z.B. für arglistige Täuschungen und bei Bauträgern ist immer wieder zu beobachten, dass Insolvenz eintritt. Selbst eine Klage mit guten Erfolgsaussichten bringt den bezahlten Kaufpreis oder andere Ansprüche zumindest auf diesem Wege gegenüber dem Bauträger wahrscheinlich nicht zurück. Ein weiteres Zuwarten verschlechtert darüber hinaus nicht selten auch die eigene Verhandlungsposition.